Die Tagebücher der "Zuckerschnute"

Das erste Lebensjahr

Für alle, die vielleicht gerade ungeduldig auf ihren neuen Welpen warten und jene, die bereits die ersten Schritte mit ihrem Junghund in Richtung "Partnerschaft für's Leben" unternommen haben ...

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Geführt seit den frühen Welpentagen, gewährt "Zuckerschnutes Tagebuch" Einblicke in das Zusammenleben im ersten Jahr mit unserer Nachwuchshündin Candi.

Lustige und ernste Begebenheiten, Geschichten aus dem Trainingsgeschehen und einige Tipps für alle, die auch so ein Powerpaket ihr eigen nennen, sind das Thema dieser kleinen Anekdoten, geschrieben von  Ulrike Schlögell

Viel Spaß beim Lesen!

 

Candi, 6 Wochen alt

Candi fiel uns etwa ab der 6. Woche dadurch auf, dass sie immer wie verrückt wedelte, sobald sie einen ihrer Menschen erblickte.

Sie war auch die erste, die richtig grinsen konnte und das wirklich häufig zeigte. Ein kleiner, fröhlicher Clown, immer gut aufgelegt, sehr extrovertiert und menschenbezogen - Eigenschaften, die sie bis heute behalten hat.

 

Candi , 12 Wochen alt:

Crosswind's Candi ist - neben ihrem Großvater Splash, der ja auch bei uns geboren wurde - der unkomplizierteste Welpe, den ich bisher hatte.


Alles mit ihr ist easy: sie schläft von Anbeginn an durch, ist seit der 9. Woche stubenrein (außer in Begrüßungssituationen, dann ist sie doch ausgesprochen "undicht"), lässt sich in den Kennel stecken, wenn nötig, liebt Autofahren und geht auf alles Neue unbefangen, neugierig und sicher zu.

Was aber am Schönsten ist und mich letztlich auch dazu bewog, ausgerechnet sie zu behalten:
sie ist fast immer überschäumend fröhlich und ausgesprochen liebevoll (ich wusste gar nicht, dass Welpenzungen soooo nass sein können). Die kleine Rute geht den ganzen Tag, die Leftzen sind stets zu einem Grinsegesicht nach oben gezogen - der ganze Welpe wirkt einfach unbeschwert und mit sich und der Welt zufrieden.

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Sooo ernsthaft sind wir selten.

*
Ich kann mich nicht erinnern, je so viel über einen kleinen Hund gelacht zu haben, wie bisher über sie. Böse Zungen in unserer Familie behaupten ja, sie hole nur Luft ... aber das kann und will ich mir im Augenblick nicht vorstellen.
Ich genieße einfach diese schöne Welpenzeit und schaue ihr fast ein bisschen wehmütig bei ihrer rasanten Entwicklung zu.

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Da sie ausgesprochen temperamentvoll und triebstark ist, trainieren wir zur Zeit vor allem Steadiness. Den ganzen Tag heißt es "Warten lernen": vor dem Schicken auf die Futterschüssel, wenn Frauchen sich die Schuhe anzieht, bis man - nach den großen Hunden - abgetrocknet wird, bis man aus dem Auto aussteigen darf, bis das Auflösesignal "lauf" kommt ect...

*

Apportieren kann die Kleine schon sehr schön, darf es aber fast nie. Frauchen wirft Dummys in die Wiese - inzwischen schon mit lautem "Hopp-Hopp!" - und Candy muss sitzen und warten. Frauchen geht langsam zu den Dummys, hebt alle auf und kehrt zu Candy zurück. Candy und Frauchen gehen zusammen nach Hause.

*

Mit diesem Hund arbeite ich das erste Mal von Anfang an mit dem Klicker. Da die Zuckerschnute so hoch im Trieb steht, hat sich das neutrale, gleichförmige Bestätigungs-"Klick" bestens bewährt. Ein Lob mit hoher, freudiger Stimme (und wenn man doch sooo stolz ist auf den kleinen, süßen, talentierten Welpen, passiert das auch dem erfahrenen Frauchen sehr schnell) würde sie zu sehr pushen und unter Umständen dazu führen, dass sie in die Luft springt oder herumzurennen beginnt. Der Klick hält das Erregungsniveau niedrig und steigert deutlich die Aufmerksamkeit.

Auch das saubere Apportieren möchte ich bei Candi mit dem Klicker formen und bin schon jetzt gespannt, wie sich das hinsichtlich des Lernverhaltens und vor allem der Lerngeschwindigkeit auswirkt.

*

Von Mama Düse muss ich die wilde Hummel meistens trennen. Die beiden spielen so wild, dass ich wirklich Angst um die kleinen Knochen und Gelenke habe und daher diese Raufereien auf 5 Minuten begrenze.
Ansonsten muss sie den jeweiligen Raum mit dem huldvoll-distanzierten Opa Splash oder der alten, grantigen Tante Moka teilen, was dazu führt, dass Klein-Candi sich sehr gesittet beträgt, nicht herumflitzt und auch keine Kläff- und Knurrkonzerte veranstaltet.

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Auch zusammen mit allen anderen Chessies an der Leine gehen funktioniert hervorragend, wenn Candi mit Moka auf der einen Seite - links - läuft und ihre Mutter mit Splash auf der rechten Seite geht. Dann reiht sie sich ganz brav ein, springt keinen ihrer Mithunde an, zieht nicht, kaspert nicht.

Wirklich toll, wie viel Erziehungsarbeit mir die Beiden abnehmen!

 

Candi, 13 Wochen alt:

Heute habe ich Bilder in einem Forum eingestellt und man fand die beiden C-chen schon recht groß. Ich empfinde meine kleine Ratte eigentlich noch als ziemlich klein - mit 11,5 kg und knapp
13 Wochen und erwarte, dass sie auch etwas kleiner bleibt, als ihre Mama.

*
Wenn die Zuckerschnute und ich allerdings weiter so oft zusammenrumpeln wie heute, dann wird sie wahrscheinlich verkrüppelte Pfötchen bekommen und nicht nur kleiner als Dyna, sondern zwergwüchsig werden :( .

Entweder schießt sie mir von schräg hinten vor den (mit dicken Kamiks beschuhten) Fuß, oder sie liegt ganz heimlich, klein und still unmittelbar hinter meinem Drehstuhl im Büro, obwohl sie doch gerade noch tief und fest in ihrer Kiste geschlafen hat oder sie sitzt in der Küche plötzlich ganz dicht hinter mir, wenn ich etwas hektisch mit dem schweren Dampftopf Richtung Spülbecken steuere usw.

Irgendwie ist gerade der Wurm drin und die Traumeeltropfen liegen ständig einsatzbereit auf dem Küchentresen.

Ich glaube, ich werde der Süßen künftig ein Glöckchen umhängen ...

 

Unsere Zuckerschnute ist schon 14 Wochen alt!

Die Zeit rennt und Candi auch - am liebsten mit Fullspeed über den betonhart gefrorenen Boden unter Einlegung abenteuerlicher Stunts und Missachtung jeder welpenkompatiblen Bewegungsempfehlung.
Meine Nerven!!!

Also gehen wir am Geschirr – mal mit langer, mal mit kurzer Leine, meist mit Unterstützung von Tante Moka, die mit ihrer grantigen Art durchaus triebhemmend auf unser Schätzchen wirkt .
"Sitz" üben wir – mit Pfeife, auf Handzeichen, auf Entfernung (5 m klappen schon) – „Fuß"-gehen mit und ohne Leine und "Einparken".

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Wer kommt denn da?


Außerdem steht nach wie vor "Warten" auf dem Stundenplan – wenn andere Hunde vorbei gehen, wenn wir über die Straße gehen wollen, wenn Frauchen Dummys wirft oder mit der Nachbarin quatscht und – ganz schlimm – bis alle erwachsenen Hunde ihren Futternapf hingestellt bekommen haben ...

Manchmal gibt's natürlich auch ein bisschen Aktion.

So durfte die Kleine Anfang der Woche ihre erste Federwildschleppe arbeiten. Dass es nun gleich eine Krähe war, war eigentlich nicht geplant, aber die Bofrost-Taube sah nach dem Auftauen doch zu traurig aus.

Das Anfertigen des Anschusses und die ersten 15 m der Schleppe durfte Candi beobachten, dann warteten wir hinter einem Busch darauf, starten zu können.
Kaum an der Schleppspur angesetzt, geriet Fräulein „Ichweißesschonichkannesschon" in eine Art Suchenrausch.

Nase runter, Federn untersucht, langsam angefangen und dann im Turbogalopp auf der Schleppspur voran gewetzt – Frauchen an straffer Schleppleine hinterher. Haken überschossen, wieder eingebögelt, Endspurt bis zur Krähe, schnapp, Kehrtwendung und mit Schwinge über dem Auge im Blindflug zurück zum Ansetzpunkt.

Upps, wo ist Frauchen? Da kommt sie endlich hinterher – im doppelten Sinne geplättet.

*

Nach so einem Erlebnis ist es für unser Düsen-Kind wichtig, sich wieder zu erden und da kam es gerade recht, dass wir am Wochenende Teilnehmer eines Seminars zum Thema „Kommunikation Mensch-Hund" waren.
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich es wagen soll Candi mitzunehmen und sie hat mich positiv überrascht.
Abgesehen von 3 kleinen (Spiel-)Pausen - leider durfte der gleichalte Labbiwelpe nicht mit ihr spielen - und einem Auftritt als Filmsternchen im Streifen: „ Welpe kommuniziert brav und aufmerksam mit Frauchen", verschlief sie tatsächlich den kompletten Seminartag in ihrem Körbchen unter dem Tisch.
Dass dieses Temperamentsbündel so ruhig und entspannt sein würde hatte ich wirklich nicht erwartet!

*

Aber wer nun glaubt, dass Zuckerschnütchen stets unkompliziert und brav ist, hat sich getäuscht.
Immer lieb geht nicht und schon gar nicht in den letzten Tagen.

Als hätte sie beim Seminar so richtig Kräfte für Blödsinn gesammelt, ist die Liste von Candis Schandtaten lang:


• Riesensee unter den Gummibaum pinkeln (Warum? Ist doch wie draußen: grüner Busch und harter Boden – nur wärmer).

• Tür zur Gästetoilette aufdrücken, Klopapier abrollen und mit dem langen Kamillenpapierschweif durch den Flur ins WZ galoppieren.

• Die alte Moka überfallen und anschließend minutenlang frech verbellen.

• Splash überfallen und – gemaßregelt – unter den Esstisch pinkeln.

• Bauernschrank annagen (zwei Füße).

• Vor der Terrassentür winseln (innen), vor der Terrassentür winseln (außen) – gefühlte 100 Mal im Wechsel.

• Decke im Kennel zerfetzen (eigentlich waren wir todmüde) etc. .

 

Man muss sie einfach lieben!

 

Candi, 16 Wochen alt:

Heute Morgen mit Zuckerschnütchen:

6.00 h: „Miauuu"!
Frauchen, die immer noch an einer üblen Erkältung laboriert und völlig erschlagen in den Kissen liegt, rührt sich nicht. Vielleicht schläft die Kleine ja wieder ein.

6.03 h: „Miaaaauuuu, klopf, klopf, klopf" (mit der Rute ans Bettgestell).
Frauchen atmet ganz leise - die Hoffnung stirbt zuletzt ...

6.05 h „Miaaaauuuuuu, quitsch, klopf, klopf, klopf, klopf, tatzel, schleck" und mitten ins Bett, auf Frauchens Gesicht.
„Du spinnst wohl, runter!!!"

06.06 h nebenan auf der anderen Bettseite: „Kann man nicht einmal seine Ruhe haben!?"

Candi: „Juhu, da ist ja Herrchen!" und mit einem Satz, freudenpieselnder Weise 'rüber auf die andere Bettseite gehüpft. Alles ist nass, Herrchen brüllt, Frauchen brüllt, Candi springt vom Bett, flitzt in den Flur, entdeckt Opa Splash und hockt sich – wie sollte es anders sein – freudenpieselnd vor ihn hin ...

Ab 06.10 h: Herrchen hat Candi am Kragen gepackt und in den Garten gesetzt, Frauchen zieht die Betten ab und die Zuckerschnute sitzt bedröppelt vor der Terrassentür. "Was'n hier heute los??"

Man muss sie einfach lieben!

 

Candi, 4 Monate alt:

Training mit Candi macht einfach Spaß, birgt aber die Gefahr zu schnell zu viel zu wollen. Damit Frauchen der Versuchung nicht erliegt, bleiben die Dummys (zurzeit sind es kleine Malerrollen, die sind leichter, waschbar, fühlen sich fellig an und es gibt sie in allen Größen, bei sehr geringem Gewicht) öfter zu Hause und wir arbeiten u.a. an der Freifolge in abwechslungsreichem Gelände.

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Mausapport!

Außerdem waren wir heute Schwimmen, nein, natürlich nicht „wir", sondern Candi – ganz allein und freiwillig.

Fancy, die Labradorhündin, sprang ins Wasser und meine wilde Hummel mit einem Sprung hinterher. „Zu kalt? Nö! Aber cool!"

Also gleich noch 'mal reingesprungen – wieder mit einem Riesensatz-, Fancy den Ball vor der Nase weggeschnappt, aus dem Wasser gestrampelt (mit Schwimmen hatte das ehrlicherweise nicht so viel zu tun), ausgestiegen, Ball festgehalten, nicht! geschüttelt und Frauchen in die Hand apportiert.

Braves Mädchen, so ..." - PLATSCH! Candi ist schon wieder im Wasser.-„... bist du fein!". Candi ist schon wieder da, bekommt ihr „Klick", einen Jackpot an Futterbröckchen und einen Griff in den tropfenden Pelz, denn nun ist's fürs erste Mal genug.

Jetzt liegt die Zuckerschnute wie erschossen im Korb und träumt selig – man muss sie einfach lieben!

Nachtrag: aktuelles Kampfgewicht: 17,6 kg

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Brav "Sitz"

 

Candi 4,5 Monate alt:

Seitdem die Kleine im Zahnwechsel ist (Schneidezähne sind neu, Fanghaken noch nicht, Backenzähne schieben), dreht sie so richtig auf - leider auch immer noch den Pipihahn und das zu mannigfachen Gelegenheiten:

Z.B.: Candi kommt mit Frauchen von der Morgengassirunde zur Haustür 'rein und wird von allen anderen Chessies, besonders aber vom gestrengen Splash empfangen und intensivst abgerüsselt.

Candi erwidert diese Untersuchung mit beschwichtigendem Grinsen, auf dem Hintern rutschen und hektischem Geschlecke an Opas Fang.

Der reagiert irgendwann genervt und brummt, woraufhin Candi in eine Art "Leck-Ekstase" verfällt, um Splash herum und an ihn heran-, nein, fast in ihn hineinrutscht und dabei hohe Winsellaute von sich gibt.
Jetzt reicht's: Splash brüllt, beißt Candi über den Fang und schon haben wir eine nette kleine Pfütze auf dem Flurläufer.

*

Z.B.: Frauchen war im Keller (bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Wäsche) und kommt nach 20 Minuten wieder nach oben.

Vor dem Kindergitter zum Treppenabgang liegt Candi, Kopf zwischen den Pfoten, Nase zwischen den Gitterstäben, helle Blitzeaugen und klopfende Rute.

Frauchen schiebt das Gitter auf und sagt ganz ruhig:" Zuuuuuuurück."

Candi macht den Weg frei, lässt Frauchen durch und springt im selben Moment, aus dem Stand, Frauchen fast ins Gesicht.

"Hey, langsam!" Candi tropft von Frauchens Körper ab, hockt sich ganz kurz hin, pieselt (dieses Mal nur aufs Laminat) und flitzt in die Küche.

Danach - der Weg von der Küche bis ins Wohnzimmer zu Splash's Korb ist nicht weit - "Hallo, dich hab' ich ja lange nicht gesehen, da muss ich dich gleich begrüßen!"... Weiter: siehe oben.

*

Aber, im Ernst und damit kein falscher Eindruck entsteht: eigentlich ist die Süße völlig stubenrein und ein wirklich lieber, führiger Hund, der jede Menge Willen zur Zusammenarbeit mit seinem Menschen mitbringt...

 

Candi, 5 Monate und eine Woche alt:

Zuckerschnütchen macht nach wie vor (fast) nur Spaß!
Inzwischen ist sie 5 Monate alt, wiegt 20 kg, hat alle Zähne und (meistens) schöne Ohren ...

Ausbildungs- und erziehungstechnisch sind wir auf einem ganz guten Weg.
Die Arbeit mit dem Klicker hat sich bewährt. Etliche Verhaltensweisen konnte ich so schon recht nachhaltig formen:
- Sitz (mit Ablenkung und Verleitung, z. B. Schuss),

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Warten...


- Fuß an der Leine (auch in der Stadt und unter wirklich großer Ablenkung)
- Ablegen und - kurz - außer Sicht gehen
- Dummy bringen und festhalten, bzw. (passiert noch öfter ) wenn ausgespuckt, dann wieder aufgehoben und in die Hand gegeben.
- Ausgelegtes/-geworfenes Dummy liegenlassen, frei Fuß 180° weggehen, sitzen und auf ein anderes, vorher ausgelegtes Dummy schicken lassen ...

Alles noch mit recht kurzen Distanzen (30m) und nur ganz kurz (3 bis 5 Minuten), dann hören wir auf und laufen ein bißchen entspannt spazieren, bevor es wieder eine kleine Übungseinheit an einem anderen Platz gibt...

Ich habe festgestellt, dass der "Klick" das Begreifen wiklich erleichtert - es gibt weniger Mißverständnisse durch eventuelle verbale/körpersprachliche Ungenauigkeiten.

Natürlich liebt auch Candi mein freudiges Lob; der ganze Hund strahlt, aber die Konzentration ist dann weg, deshalb zwinge ich mich dazu, erst nach den Übungen einen Freudentanz und ein Spiel zu veranstalten ...

 

Candi, 6 Monate alt:

Die Tage und Wochen vergehen wie im Flug.
Schwupps, schon sind die C-chen 6 Monate alt - kaum zu glauben!

Candi mausert sich allmählich zu einem richtigen Hund und ist doch tatsächlich inzwischen so groß, wie das alte Mokelchen! Nur die Proportionen sind natürlich anders: sie ist nicht so lang und nicht so breit - und nicht so schwer ...

*

Momentan ist sie in der Sturm&Drang-Phase: Power ohne Ende, frech wie Dreck,

selbstbewusst bis zum "GEHTNICHTMEHR" und - im Vergleich zum 5. Monat - nicht besonders konzentriert, wenn ich mit ihr in fremdem Terrain arbeiten möchte.


Dank Klicker und Futter kann ich sie meistens dann doch noch auf mich fokussieren, aber man merkt deutlich, dass das Interesse an der Umwelt, insbesondere Spuren (heute Morgen verwies sie eine frische Fegestelle und war fast nicht davon los zu bekommen), Fährten etc. im Wald und Wasserwild am Fluss, zunimmt.

*

Apropos "frech wie Dreck": an den vergangenen warmen Tagen haben wir jede freie Minute genutzt, um im neu gepachteten Revier-Garten zu arbeiten; Zaun, Hecke, Rasen, Hütte waren/sind in Ordnung zu bringen.
Natürlich musste Zuckerschnütchen fleißig helfen: Grünschnitt vom Haufen wegtragen und gleichmäßig im Garten verteilen, am Zaun buddeln (ist er auch dicht?), Weinreben gleich unten abbeißen (dann muss Frauchen sich nicht so viel Arbeit mit dem Hochbinden machen!), zwischendurch abwechselnd Dyna, Splash, Fancy und die Helfer-Hunde überfallen und zu wilden Rennspielen rund um aufgestellte Leitern, den Häcksler und die Beine der arbeitenden Menschen animieren und zum Schluss, als I-Tüpfelchen, mit einem leichten Satz über den sorgsam um den heißen Grill gestellten Schafzaun hüpfen und nachsehen, was da so lecker vor sich hin brutzelt.
Das war der Moment, an dem Frauchen sich angemessen für die freundliche Unterstützung bedankte und Candi zur wohlverdienten Ruhe am Anlegepflock unter dem Pavillon verhalf ...

Man muss sie einfach jeden Tag mehr lieben!

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Candi, 6,5 Monate alt:

Seit einer Woche befinden wir uns im formellen "Apport-Programm", d.h. wir üben zunächst in ablenkungsarmer Umgebung das ordnungsgemäße Halten und Tragen verschiedener Dummies, bis ein auflösendes Kommando signalisiert, dass es "aus" gegeben werden kann/darf/muss.


Dabei zeigt sich Candi allerdings gewohnt kooperativ und gelehrig. Sie ist eben ein schlaues Aas. Wenn sie merkt, dass es keine andere Option gibt, fügt sie sich sehr schnell in die Situation.

 

Update Candi - fast 7 Monate alt – viel Licht und manchmal ein kleines bisschen Schatten:

Candi entwickelt sich rasant.
Befand sie sich noch vor wenigen Wochen in einer Art körperlicher Setzphase, hat sie sich jetzt deutlich gestreckt, ohne dabei nennenswert zugenommen zu haben (aktuell 23,5 kg).

Gleichzeitig hat sie mit dem Fellwechsel begonnen, was bei den Unmengen an "Putzwolle", die sie auf dem Körper trug mit reichlich Wollmäusen im ganzen Haus einhergeht, aber auch einen schönen, langen Okapi-Hals und lange Model-Beine zum Vorschein gebracht hat...

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Beine bis in den Himmel

Unverändert geblieben ist ihre unerschütterliche Fröhlichkeit. Nichts kann ihr Selbstbewußtsein und ihre gute Laune trüben - die Welt ist einfach schön! Candi grinst, wedelt und brummt sich durchs Leben!

*

Seit 4 Wochen sind wir jetzt mit dem Apport-Programm beschäftigt und ich freue mich immer wieder darüber, mit welchem Feuereifer sie mitarbeitet und wie schnell sie lernt.
Erfreulicherweise wirken sich Übungswiederholungen (Drills) nicht auf ihre Arbeitsfreude aus, so dass wir durchaus auch 'mal länger dran bleiben können.

*

Wegen des warmen Wetters sind wir inzwischen fast täglich am Wasser und Candi hat sich zu einer sicheren (sie ist die schnellste von allen) und leidenschaftlichen Schwimmerin entwickelt.

Ehrlicherweise ist sie mir etwas zu leidenschaftlich, denn wenn sie mit dem ganzen Rudel im Wasser herumtobt, ist sie schnell erregt und wie ein kleines, vorlautes Kind:
„Ich will auch, ich kann schneller, ich kann weiter, ich kann immer, ich will, ich will, ich will ...".

Also heißt es – besonders für Frauchen – nun wieder 'mal „OM ..." wir sind tiefenentspannt und beim Pfingstmontagsausflug gehen wir alleine ans Wasser - ohne Rudelkonkurrenz.

Frauchen ist gaaanz ruhig, Candi geht gaaanz langsam mit (ruhig ist sie nur äußerlich): „Sitz", Frauchen geht allein ans Ufer, Candi bleibt brav sitzen. Platsch, ein Dummy fliegt weit ins Wasser;
Candi sitzt.
Frauchen geht zu Candi zurück (Klick, fein! ) und beide entfernen sich langsam, Candi brav „bei Fuß" , noch weiter (etwa 15 m) vom Ufer weg.

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Hier darf sie im kniehohen Bewuchs eine Kleine Suche zeigen und findet schnell ein vorher verstecktes Dummy.

Nun wird's spannend! Frauchen wagt es und geht mit Candi frei bei Fuß zur Ausgangsstelle zurück:
Siiitz", Handzeichen und „Voooran"!.

Candi springt mit einem Riesensatz ins Wasser und schwimmt in gerader Linie auf das Dummy zu. Das ist inzwischen etwas abgetrieben, aber die kleine Wasserratte lässt sich nicht beirren und schwimmt unbeeindruckt weiter.

Jetzt hat sie das Dummy in der Nase und gleich darauf ist sie schon - mit Dummy artig, mittig im Fang - auf dem Rückweg zu Frauchen.
Super, tolle Maus"!
Doch dann, kurz bevor sie ganz da ist, nimmt sie die Nase hoch, spuckt das Dummy aus und rast wie ein geölter Blitz am Ufer entlang.
Nach etwa 50 m ein „Fullstop" und schon hat sie etwas richtig Langes, Dickes im Fang.

Frauchen ruft: „Candi, apport!": Candi denkt nicht dran, sondern haut sich das Teil um die Ohren.
Candi, hiiiier!": Candi schüttelt weiter und beginnt das vermeintliche Tau zu fressen!


Oh Gott! Was um Himmels willen tut sie da?

Frauchen gibt Gas und rennt – inzwischen schreiend: „AUS! PFUI! NEIN!!!" auf ihre allerliebste Zuckerschnute zu.


Im Näherkommen kann man es erkennen: was Candi sich da hineinwürgt ist (zum Glück "nur") ein dicker, fetter Aal, von dem jetzt noch immer ca. 20 cm aus ihrem Fang hängen.

Aber nicht mehr lange, denn im Wegrennen vor dem heranrasenden Frauchen schafft die Ratte!!! es, sich den ganzen glitschigen Fisch in den Schlund zu ziehen.

Noch ein Happs, „rülps", weg ist er.

Frauchen atmet lange aus: „OM ..." und nimmt Candi, die inzwischen - verlegen grinsend – herangekommen ist, gaaanz ruhig an die Leine.

So eine "Mistbiene"! Aber trotz Pubertät: man muss sie einfach lieben!

 

Candi, 7 Monate und eine Woche alt:

Einfach nur so, ganz ohne neue Untaten und eigentlich mit vielen Herzchen in den Augen, denn die Zuckerschnute hat sich heute beim Training überaus brav und kooperativ gezeigt - und das nach einem wilden Tobe-Event am Wasser :

Seit Mittwoch haben wir für 8 Tage Besuch von Schwesterchen "Caya", die sich prima eingelebt hat und sich sogar mit dem alten Mokelchen arrangiert hat ...

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Caya, Candi

Da Caya bei sich zu Hause nicht so viel Gelegenheit zum Schwimmen hat und es wider Erwarten richtig schön warm wurde, haben wir einen Ausflug zu einem nahe gelegenen See gemacht.

Auch Schwester "Ypse" war mit von der Partie - die konnte im wasserarmen Taunus bisher nur bis zum Bauch in irgendwelchen Bachläufen spielen – und ihre Gefährtin, die Riesenschnauzerdame Frieda.

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Das Geschwister-Trio hat sich gleich wieder prima verstanden und - angestachelt von der wasserverrückten Candi – nach kurzer Zeit begonnen, schwimmend den See zu erkunden.

Wie „etwas" zu groß geratene Gänseküken glitten sie ganz ruhig und ohne einen Anflug von Unruhe oder „Freaken" durchs Wasser,

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immer gut behütet von Frieda, die zudem ein strenges Auge darauf hatte, dass die Chessie-Brut auch bei den gelegentlichen Landausflügen nicht über die Stränge schlug...

*

Zuckerschnute, fast 8 Monate alt, ein merkwürdiger Tierarztbesuch:

Candi hat im Nackenbereich einen "Viecher"-Befall, wie sich herausstellte eine Raubmilbenart, die nicht auf ExSpot reagierte. In den letzten Tagen kratzte sie sich heftig - besonders nachts - und im Bereich zw. Nacken und Schulterblättern entwickelten sich Pusteln, Krusten und nässende Stellen.

Um das abzuklären und weil die ganze vierbeinige Mannschaft zu Hause außerdem eine Wurmkur benötigte, bin ich mit der Kleinen am Vormittag zu unserem Tierarzt um die Ecke gelaufen, den ich schon seit meinem A-Wurf und den die Zuckerschnute schon vom ersten Lebenstag an kennt.

*

Als wir vor der Praxistür ankommen hechelt Candi stark, was ich zwar registriere, aber - bei bereits 30° Lufttemperatur - auch nicht als ungewöhnlich empfinde.

"Ding Dong", die Praxisklingel ertönt. "Jauuuuul", Candi lässt einen lauten Bellkreischer heraus.
Frauchen: "Still Candi, lass das!". Candi hechelt stärker, die Rute hängt strack nach unten.

"Summ", der Türöffner gibt die Praxistür frei und Candi bellt "WAUWAUWAUWAUWAU!".

Ich gebe ihr den Schlüsselbund zum Tragen - sonst eine ihrer liebsten Übungen - aber dieses Mal landet er gleich darauf auf dem Boden.
Während ich mich bücke, um den Schlüssel aufzuheben, nutzt Candi die Gelegenheit und versucht sich durch die noch geöffnete Tür nach draußen zu drücken.
"Candi, hier. Spinnst du denn?".

*

Entnervt suche ich mir einen freien Platz, setze Candi vor mich hin und atme erst 'mal aus: OMMMMM...

Was bist du denn für ein hübsches Mädchen?! Gell, das ist doch ein Mädchen? Ja, das sieht man gleich. Na komm 'mal her!"

Die Frau – mit Katzenkorb neben sich - beugt sich zu Candi hin und hält ihr die Hand vor die Nase.

Was tut Candi: Sie weicht zurück, brummelt leise und versucht auf meinen Schoß zu steigen!


Ich fasse es nicht! Das kann nicht mein aufgeschlossener, unbeschwerter, sicherer Hund sein!

Die nette Sprechstundenhilfe (ja, auch sie kennt Candi seit Geburt), kommt hinter ihrem Tresen hervor und bringt einen Hundekeks. Candi verkriecht sich unter dem Stuhl und ich falle fast von selbigem...

*

Endlich sind wir an der Reihe. „Hallo Frau Schlögell, hallo Candi wie geht's denn?". Ich zerre meinen widerstrebenden Hund ins Behandlungszimmer und bugsiere sie als erstes, wie immer, auf die Waage.
Candi hechelt zwar, aber sitzt artig und wir können feststellen, dass sie exakt 24 kg wiegt.

„Fein gemacht!", Klick, Hähnchenherz, plopp, Hähnchenherz liegt am Boden, Candi hechelt.

Eiligst lasse ich das glitschige Leckerchen in meiner Tasche verschwinden und beschließe das hysterische Verhalten meiner Kleinen zu ignorieren während ich dem Tierarzt unser Anliegen schildere.

*

Und dann das: noch ehe der Doc zur Untersuchung schreiten kann, macht meine kleine „Irre" aus dem Stand einen Riesensatz und versucht tatsächlich aus dem - blitzblank geputzten und deshalb vermutlich nicht sichtbaren?? - Fenster zu springen.

„Wumm", „Quiek": das Fenster hat eine feuchte Stelle und Candi sitzt etwas belämmert wieder neben mir.

Nachdem die nun ebenfalls belämmert aus der Wäsche schauenden Zweibeiner sich von ihrem Schock erholt haben, gibt's kein Vertun: Zuckerschnute wird untersucht, gespritzt und anschließend tüchtig gelobt, bevor sie - endlich erlöst – die Flucht nach Draußen antreten darf.

Ich muss sie einfach trotzdem lieben ...

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Candi, 9,5 Monate alt.

Heute, Tag 23, sind wir endlich durch mit der ersten Läufigkeit.

Splash kam leider zwei Tage zu früh wieder nach Hause, so dass wir nun annähernd 36 Stunden Jodelei genießen durften (bin im Geiste alle Tierheime und die vielen 100 km Leitplanken in der Nähe, an denen man unliebsame Hausgenossen anbinden kann, durchgegangen ).


Zuckerschnütchen hat das alles nicht angefochten, im Gegenteil: mal eben zum Opi gehen, riechen lassen und ihn dann fürchterlich zur Schnecke machen (Mistbiene).

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Candi, 10 Monate und eine Woche alt.

Die Zuckerschnute hat die JP/R bestanden!

Als weitaus jüngster Hund in der Prüfung und bei einem leider recht strengen Richterteam hat die Kleine gezeigt, wie belastbar sie schon ist.

Sie war absolut steady, hat keinen Ton von sich gegeben, alle Übungen haben wir ohne Leine absolviert und niemals hat sie im gesamten Verlauf der Prüfung das geistige Band zu ihrem Frauchen gekappt.

Ich bin begeistert und glücklich!

Den einzigen Ausrutscher, die vermasselte Schleppenarbeit, habe ich zu verantworten (klassischer Generalprobennervengezeigtund'rumgeschimpftfehler) ...

 

Candi, 12 Monate alt. HAPPY BIRTHDAY!

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Ein ereignisreiches, beglückendes Jahr mit meiner "Zuckerschnute" ist zu Ende.

Diese kleine Hündin hat wirklich alle Erwartungen und Hoffnungen übertroffen!

Sie hat sich ihre unbeschwerte Fröhlichkeit bewahrt, die - bei allem Temperament - jede Beschäftigung, jedes Training mit ihr zur Freude werden lässt. Dabei ist sie durchaus ernsthaft bei der Sache, hoch ambitioniert und kann sich für ihr Alter und ihr Temperament bemerkenswert gut konzentrieren.

Ihr "will to please" gepaart mit einer hohen Sensibilität, machen strenges Durchgreifen überflüssig, nein, verbieten es sogar. Laute Töne verträgt sie überhaupt nicht!

Im Umgang mit anderen Hunden ist sie da weniger zart besaitet. Ihre Art zu spielen ist rau, wild und chessietypisch laut. Wendig und pfeilschnell ist sie und etwas weniger sportliche Artgenossen haben ihre Mühe, auf allen vier Pfoten zu bleiben, aber niemals ist sie aggressiv.

Es gäbe schon jetzt so viel über sie zu schreiben, aber eigentlich reicht dieser Satz:

Man muss sie einfach lieben!

To be continued ...