Rasseporträt "Chesapeake Bay Retriever"

splash_rauhreifGeschichte

An der Küste des US-Staates Maryland liegt die berühmte Bucht, deren indianische Bezeichnung "Tschiswapeki" oder "Chesepiook" (von Che = groß, Sepi = Fluss und Ook = viele) der Chesapeake Bay ihren Namen gab. Auf einer Länge von ca. 280 km, gespeist von 48 großen und etwa hundert kleineren Flüssen erstreckt sich Amerikas größtes Binnengewässer mit einzigartigem Fisch-, Vogel- und Wildreichtum. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ließen sich hier weiße Farmer nieder, die örtliche Apportierhunderassen - insbesondere Vorfahren des Irisch Water Spaniels - zur Jagd auf die hier vorkommenden, gewaltigen Scharen an Enten und Gänsen einsetzten.

splash_rckenEntwicklung der Rasse - Beginn der Zucht

Als Ausgangspunkt der Zucht unserer heutigen Chesapeake Bay Retriever gelten zwei St. John´s Hundewelpen - Rüde und Hündin - die 1807 vor der Küste Marylands zusammen mit der Besatzung eines Englischen Schiffes aus Seenot gerettet wurden und später wegen ihres herausragenden Apportiertriebes und ihrer unschlagbaren Willenskraft und Ausdauer bei der Wasserarbeit berühmt wurden. Aus diesen Hunden entstanden unter Einkreuzung von Curly- und Flat-Coated Retrievern, Irisch Water Spaniels, verschiedenen Setterrassen, Coonhounds u. a. an der amerikanischen Ostküste verschiedene Apportierhund-Schläge, die bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Rasse zusammenwuchsen. 1878 wurde der erste Chesapeake Bay Retriever vom Dachverband American Kennel eingetragen und 1890 wurde der erste Standard aufgestellt. Der aktuell gültige FCI-Standard datiert vom 14. Februar 1995. Er beschreibt ein wohlproportioniertes Gebäude mit einer sehr muskulösen Hinterhand, die beim Schwimmen in rauer See für ausreichend Schub sorgt. Das spezielle wetterunempfindliche Haarkleid besteht aus kurzen, wasserabweisenden Deckhaaren sowie einer äußerst dichten, isolierenden Unterwolle. Die Farbe des Chesapeake Bay Retrievers muss so nahe wie möglich seiner Arbeitsumgebung angepasst sein. Alle Farben zwischen darkbrown und deadgrass sind erlaubt. Einfarbigkeit wird präferiert. (siehe FCI-Standard).

Zucht in Deutschland

Im Jahr 1989 wurde in Deutschland der erste Chesapeake Bay Retriever in das Zuchtbuch des Deutschen Retriever Clubs - DRC übernommen. Die Hündin "Holiday Surprise" hatte den Weg über den großen Teich zu ihrer neuen Besitzerin Karin Edle von Löw gefunden. 1992 fiel "Holys" erster Wurf. Die Hunde aus dieser Zucht prägten in den folgenden Jahren die Rasse in Deutschland. Heute gibt es 18 Züchter im DRC. Viele von ihnen nutzen ihr Know How um mit großem Engagement die Arbeitsanlagen dieser Rasse zu erhalten und zu fördern, ohne jedoch Wesen, Gesundheit und Schönheit außer acht zu lassen. Glücklicherweise können wir in Deutschland beim Chesapeake Bay Retriever, im Gegensatz zu anderen Retrieverrassen, bisher noch keine Kluft zwischen Schönheits- und Leistungszucht verzeichnen. Der Umstand, dass eine der Voraussetzungen für die Zuchtzulassung im Nachweis einer Leistungsprüfung besteht, trägt mit Sicherheit dazu bei. Tendenzen diese Vorschrift "aufzuweichen" würden wohl bei verantwortungsvollen Züchtern auf Widerstand stoßen.

Wesen, Charakter und Verwendung

Extreme Passion, Kraft und Ausdauer, Mut, Härte, hohe Intelligenz und Selbstständigkeit, hervorragende Fellqualität und vor allem Gesundheit waren bei der Zucht dieser Rasse vorrangige Ziele.

Extreme Passion, Kraft und Ausdauer, Mut, Härte, hohe Intelligenz und Selbstständigkeit, hervorragende Fellqualität und vor allem Gesundheit waren bei der Zucht dieser Rasse vorrangige Ziele. Das Apportieren von Wasserwild und später auch Haarwild, Begleitung und Schutz ihrer Familie und deren Hab und Gut stellten den Verwendungszweck dieser beeindruckenden Hunde dar.

Der Chesapeake Bay Retriever von heute zeigt diese Eigenschaften seiner Ahnen ebenso - er hat sich jedoch weiterentwickelt:

Was seine jagdliche Eignung anbetrifft, so hat er sich inzwischen zu einem "Vollgebrauchshund" gemausert, der sowohl die Arbeiten vor und nach dem Schuss, wie das Buschieren unter der Flinte, das Stöbern, Verlorensuchen und Apportieren perfekt beherrscht, als auch eine besondere Veranlagung auf der natürlichen Wundfährte (Schweißarbeit) zeigt. Dabei zeichnet ihn, bei aller Selbstständigkeit, der Wille zur Zusammenarbeit mit seinem Menschen aus, eine Eigenschaft die ihn - vorausgesetzt man verzichtet bei der Ausbildung auf unnötige Härte - leicht trainierbar macht. Ein positiv motivierter, dabei konsequent geführter Chessie verliert nie die Lust am Lernen und es ist immer wieder faszinierend, zu welchen Leistungen er fähig ist.

Der "moderne" Chesapeake Bay Retriever sollte, wie die anderen fünf Retrieverrassen auch, leichtführig, menschenfreundlich und im Umgang mit Artgenossen umgänglich und souverän sein. Sein natürlicher Schutztrieb, der nicht mit Schärfe zu verwechseln ist, wird bei einem gut sozialisierten, seinen Anlagen entsprechend ausgelasteten und in der Sicherheit einer klaren Rudelstruktur lebenden Hund, nicht in den Vordergrund treten.

Chessies sind keine "Einmann-Hunde", wie oft behauptet wird. Sie binden sich jedoch besonders intensiv an ihre Familie (auch Hund, Katze, Maus ...) und alle Personen die zum engeren Freundes- und Bekanntenkreis gehören. Fremden Menschen hingegen begegnen sie meist freundlich reserviert bis desinteressiert.

Training

Als Gebrauchshunde mit entsprechendem Beschäftigungstrieb, Konstitution und Intelligenz brauchen Chesapeake Bay Retriever unbedingt eine sinnvolle körperliche und geistige Beschäftigung, die ihren Anlagen gerecht wird. Wer seinen Hund nicht jagdlich führen kann oder will, hat z. B. die Möglichkeit auf Apportiertraining mit Dummys auszuweichen. Fährtenarbeit und Rettungshundearbeit sind weitere Beispiele, wie man seinen Vierbeiner vernünftig beschäftigen und gleichzeitig die Bindung verstärken kann.

Ein unterforderter Chessie wird sich sehr wahrscheinlich eine Ersatzbeschäftigung suchen - "Zerstörungswut" im Haus und ständiges "Laut geben" seien nur beispielhaft genannt ...

Aber Vorsicht! Chesapeake Bay Retriever reifen spät; sie brauchen mindestens zwei Jahre um geistig und körperlich auszureifen. Rüden entwickeln sich noch etwas langsamer als Hündinnen. Aus diesem Grunde sollte man sich bei allem Tatendrang und aller Vorfreude auf gemeinsame (sportliche) Aktivitäten disziplinieren und es langsam angehen lassen.

Ulrike Schlögell / Crosswind's Chesapeakes / Züchterin im DRC in: "Der Hund" 4/2005

 

Geschichte

An der Küste des US-Staates Maryland liegt die berühmte Bucht, deren indianische Bezeichnung "Tschiswapeki" oder "Chesepiook" (von Che = groß, Sepi = Fluss und Ook = viele) der Chesapeake Bay ihren Namen gab. Auf einer Länge von ca. 280 km, gespeist von 48 großen und etwa hundert kleineren Flüssen erstreckt sich Amerikas größtes Binnengewässer mit einzigartigem Fisch-, Vogel- und Wildreichtum. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ließen sich hier weiße Farmer nieder, die örtliche Apportierhunderassen - insbesondere Vorfahren des Irisch Water Spaniels - zur Jagd auf die hier vorkommenden, gewaltigen Scharen an Enten und Gänsen einsetzten.

 

Entwicklung der Rasse - Beginn der Zucht

Als Ausgangspunkt der Zucht unserer heutigen Chesapeake Bay Retriever gelten zwei St. John´s Hundewelpen - Rüde und Hündin - die 1807 vor der Küste Marylands zusammen mit der Besatzung eines Englischen Schiffes aus Seenot gerettet wurden und später wegen ihres herausragenden Apportiertriebes und ihrer unschlagbaren Willenskraft und Ausdauer bei der Wasserarbeit berühmt wurden. Aus diesen Hunden entstanden unter Einkreuzung von Curly- und Flat-Coated Retrievern, Irisch Water Spaniels, verschiedenen Setterrassen, Coonhounds u. a. an der amerikanischen Ostküste verschiedene Apportierhund-Schläge, die bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Rasse zusammenwuchsen. 1878 wurde der erste Chesapeake Bay Retriever vom Dachverband American Kennel eingetragen und 1890 wurde der erste Standard aufgestellt. Der aktuell gültige FCI-Standard datiert vom 14. Februar 1995. Er beschreibt ein wohlproportioniertes Gebäude mit einer sehr muskulösen Hinterhand, die beim Schwimmen in rauer See für ausreichend Schub sorgt. Das spezielle wetterunempfindliche Haarkleid besteht aus kurzen, wasserabweisenden Deckhaaren sowie einer äußerst dichten, isolierenden Unterwolle. Die Farbe des Chesapeake Bay Retrievers muss so nahe wie möglich seiner Arbeitsumgebung angepasst sein. Alle Farben zwischen darkbrown und deadgrass sind erlaubt. Einfarbigkeit wird präferiert. (siehe FCI-Standard).

 

Zucht in Deutschland

Im Jahr 1989 wurde in Deutschland der erste Chesapeake Bay Retriever in das Zuchtbuch des Deutschen Retriever Clubs - DRC übernommen. Die Hündin "Holiday Surprise" hatte den Weg über den großen Teich zu ihrer neuen Besitzerin Karin Edle von Löw gefunden. 1992 fiel "Holys" erster Wurf. Die Hunde aus dieser Zucht prägten in den folgenden Jahren die Rasse in Deutschland. Heute gibt es 18 Züchter im DRC. Viele von ihnen nutzen ihr Know How um mit großem Engagement die Arbeitsanlagen dieser Rasse zu erhalten und zu fördern, ohne jedoch Wesen, Gesundheit und Schönheit außer acht zu lassen. Glücklicherweise können wir in Deutschland beim Chesapeake Bay Retriever, im Gegensatz zu anderen Retrieverrassen, bisher noch keine Kluft zwischen Schönheits- und Leistungszucht verzeichnen. Der Umstand, dass eine der Voraussetzungen für die Zuchtzulassung im Nachweis einer Leistungsprüfung besteht, trägt mit Sicherheit dazu bei. Tendenzen diese Vorschrift "aufzuweichen" würden wohl bei verantwortungsvollen Züchtern auf Widerstand stoßen.

 

Wesen, Charakter und Verwendung

Extreme Passion, Kraft und Ausdauer, Mut, Härte, hohe Intelligenz und Selbstständigkeit, hervorragende Fellqualität und vor allem Gesundheit waren bei der Zucht dieser Rasse vorrangige Ziele.
Extreme Passion, Kraft und Ausdauer, Mut, Härte, hohe Intelligenz und Selbstständigkeit, hervorragende Fellqualität und vor allem Gesundheit waren bei der Zucht dieser Rasse vorrangige Ziele. Das Apportieren von Wasserwild und später auch Haarwild, Begleitung und Schutz ihrer Familie und deren Hab und Gut stellten den Verwendungszweck dieser beeindruckenden Hunde dar.

Der Chesapeake Bay Retriever von heute zeigt diese Eigenschaften seiner Ahnen ebenso - er hat sich jedoch weiterentwickelt:

Was seine jagdliche Eignung anbetrifft, so hat er sich inzwischen zu einem "Vollgebrauchshund" gemausert, der sowohl die Arbeiten vor und nach dem Schuss, wie das Buschieren unter der Flinte, das Stöbern, Verlorensuchen und Apportieren perfekt beherrscht, als auch eine besondere Veranlagung auf der natürlichen Wundfährte (Schweißarbeit) zeigt. Dabei zeichnet ihn, bei aller Selbstständigkeit, der Wille zur Zusammenarbeit mit seinem Menschen aus, eine Eigenschaft die ihn - vorausgesetzt man verzichtet bei der Ausbildung auf unnötige Härte - leicht trainierbar macht. Ein positiv motivierter, dabei konsequent geführter Chessie verliert nie die Lust am Lernen und es ist immer wieder faszinierend, zu welchen Leistungen er fähig ist.

Der "moderne" Chesapeake Bay Retriever sollte, wie die anderen fünf Retrieverrassen auch, leichtführig, menschenfreundlich und im Umgang mit Artgenossen umgänglich und souverän sein. Sein natürlicher Schutztrieb, der nicht mit Schärfe zu verwechseln ist, wird bei einem gut sozialisierten, seinen Anlagen entsprechend ausgelasteten und in der Sicherheit einer klaren Rudelstruktur lebenden Hund, nicht in den Vordergrund treten.

Chessies sind keine "Einmann-Hunde", wie oft behauptet wird. Sie binden sich jedoch besonders intensiv an ihre Familie (auch Hund, Katze, Maus …) und alle Personen die zum engeren Freundes- und Bekanntenkreis gehören. Fremden Menschen hingegen begegnen sie meist freundlich reserviert bis desinteressiert.

 

Training

Als Gebrauchshunde mit entsprechendem Beschäftigungstrieb, Konstitution und Intelligenz brauchen Chesapeake Bay Retriever unbedingt eine sinnvolle körperliche und geistige Beschäftigung, die ihren Anlagen gerecht wird. Wer seinen Hund nicht jagdlich führen kann oder will, hat z. B. die Möglichkeit auf Apportiertraining mit Dummys auszuweichen. Fährtenarbeit und Rettungshundearbeit sind weitere Beispiele, wie man seinen Vierbeiner vernünftig beschäftigen und gleichzeitig die Bindung verstärken kann.

Ein unterforderter Chessie wird sich sehr wahrscheinlich eine Ersatzbeschäftigung suchen - "Zerstörungswut" im Haus und ständiges "Laut geben" seien nur beispielhaft genannt …

Aber Vorsicht! Chesapeake Bay Retriever reifen spät; sie brauchen mindestens zwei Jahre um geistig und körperlich auszureifen. Rüden entwickeln sich noch etwas langsamer als Hündinnen. Aus diesem Grunde sollte man sich bei allem Tatendrang und aller Vorfreude auf gemeinsame (sportliche) Aktivitäten disziplinieren und es langsam angehen lassen.

 

 

 

 

Ulrike Schlögell / Crosswind's Chesapeakes / Züchterin im DRC in: "Der Hund" 4/2005

 

 

 

 

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